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Shanghai Reise: mein erster Eindruck einer Stadt der Gegensätze

Eine Shanghai Reise bringt Wolkenkratzer und Altstadtgassen auf engem Raum zusammen. China-Expertin Li-Xia Houssier beschreibt ihren ersten Tag in der Stadt: vom Bund über Tianzifang und Xiǎo lóng bāo bis zum Yu-Garten. Dazu kommen Visum, Metro und Eintrittspreise, jeweils mit Stand.

Veröffentlicht 3 November 2026
Vue panoramique iconique de la skyline de Shanghai avec la tour de la Perle de l'Orient illuminée au crépuscule depuis le Bund.

Shanghai Reise: mein erster Eindruck am Bund

Shanghai liegt im Jangtse-Delta an der Ostküste und ist eine der größten Städte des chinesischen Festlands: Im Großraum leben rund 30 Millionen Menschen (Stand 2025, Statista). Tradition und Moderne treffen hier jeden Tag aufeinander. Li-Xia war schon mehrmals in China unterwegs, aber im September zum ersten Mal in Shanghai.

Am ersten Morgen ging sie zum Bund, der Promenade am Fluss Huangpu. „Wahrscheinlich ist das der beste Ort, um Shanghai zu verstehen“, sagt sie. Auf der einen Flussseite stehen Bauten im europäischen Stil aus der Zeit der ausländischen Konzessionen, deren Fassaden manchmal an London oder Paris erinnern. Auf der anderen ragen die Türme von Pudong aus Glas und Stahl auf.

Der Shanghai Tower misst 632 Meter, daneben stehen der Jin Mao Tower und das Shanghai World Financial Center, wegen seiner Form „Flaschenöffner“ genannt. Wer davorsteht, fühlt sich winzig. Die Skyline wirkt fast unwirklich, wie die Kulisse eines Science-Fiction-Films.

Hinter den Wolkenkratzern und dem Tempo bewahrt die Stadt eine echte Eleganz. Dieses Gleichgewicht zwischen Vergangenheit und Gegenwart begleitet jede Station des Tages. Auf der einen Seite verblichene Fassaden und kleine Läden, in denen es nach Tee und Nudeln riecht. Auf der anderen die Glastürme.

Mit dem Fahrrad durch die Französische Konzession nach Tianzifang

Am Nachmittag nahm Li-Xia ein Fahrrad und fuhr nach Tianzifang, einem kleinen Viertel mitten in der ehemaligen Französischen Konzession. Die Platanen bilden dort grüne Tunnel über den schattigen Straßen, die Cafés sind voll. Shanghai bleibt in Bewegung, nur wird die Stimmung ruhiger, fast boheme-artig.

In Tianzifang stellte sie das Rad ab und ging zu Fuß weiter. Die Gassen sind eng, gesäumt von roten Backsteinen, Laternen und dicht gedrängten Läden. Es gibt Künstlerateliers, Teehändler, winzige Galerien und Stände mit handgemachten Souvenirs. In einem Laden ließ sie sich einen personalisierten Stempel anfertigen, für sie ein gelungenes Mitbringsel.

Danach holte sie sich bei der Hitze einen eisgekühlten Tee. In China gibt es Getränke zum Mitnehmen in fast unendlicher Auswahl. Ihre Lieblingsmarke ist CHAGEE, deren Eistees sie wirklich hervorragend findet.

Tianzifang gehört zu den Orten, an denen die Zeit langsamer zu laufen scheint. Es ist ein intimeres, menschlicheres Shanghai als das der Glastürme, und man entdeckt es am besten, wenn man sich in den Gassen verliert. Wer Ideen für die ganze Route sucht, findet sie bei unseren Reiseideen für China.

Essen in Shanghai: Xiǎo lóng bāo, Shēng jiān bāo und Hóngshāo ròu

Zum Mittagessen fuhr Li-Xia zu einem kleinen Lokal im Viertel Xintiandi, das sie schon am Morgen entdeckt hatte. Von der Küche der Stadt lässt sich nicht sprechen, ohne sie zu probieren.

Zuerst kamen die Xiǎo lóng bāo (小笼包) auf den Tisch, Teigtaschen mit heißer Brühe in der Füllung. Der Kellner zeigte ihr die Technik: mit den Stäbchen greifen, auf den Löffel legen, den Teig vorsichtig anstechen, pusten und dann hineinbeißen. Danach folgt eine Geschmacksexplosion. Am liebsten mag sie die Variante mit Garnelen, leicht in Sojasauce getunkt.

Dazu probierte sie Shēng jiān bāo (生煎包), unten knusprig und oben weich. Außerdem Hóngshāo ròu (红烧肉): zartes Schweinefleisch in einer Karamellsauce, die sie unglaublich nannte. Die Shanghaier Küche gilt insgesamt als leicht süßlich und wohltuend im Geschmack, nicht als scharf.

Der Yu-Garten am Abend: Ruhe in der Altstadt

Am Abend ging Li-Xia im Yu-Garten spazieren, mitten in der Altstadt. Hinter den Mauern verschwindet der Lärm fast vollständig. Es ist eine Kulisse wie aus einem chinesischen Gemälde: Steinbrücken, geschwungene Dächer, Teiche voller roter Karpfen. Der Ort wirkt friedlich und fast aus der Zeit gefallen.

Rund um den Garten ziehen sich traditionelle Gassen. Abends füllen sie sich mit kleinen Ständen und einem Nachtmarkt, auf dem man verschiedene chinesische Spezialitäten probieren kann. Viele Besucher lassen sich hier in traditioneller Kleidung fotografieren, und die Lichter und roten Laternen passen gut dazu.

Der Eintritt in den Garten kostet laut Shanghai Tourismus von April bis Juni und von September bis November rund 40 Yuan, in den übrigen Monaten rund 30 Yuan (Stand Ende Oktober 2026). Die Gassen und der Basar außen herum sind meist ohne Eintritt zugänglich.

Metro, Visum und Kosten: das Praktische für Ihre Shanghai Reise

Li-Xia beendete den Tag mit der Metro zurück ins Hotel. Das Netz ist modern, gut ausgebaut und auch für Erstreisende leicht zu verstehen. Die Fahrt kostet laut Shanghai Tourismus ab 3 Yuan bis 6 Kilometer, danach 1 Yuan je weitere 10 Kilometer (Stand Oktober 2026). Taxis sind nach ihrer Erfahrung ebenfalls nicht teuer.

Im Hotel erwartete sie noch eine Überraschung: Im Aufzug stand plötzlich ein Roboter vor ihr. Diese Modernität, die überall auftaucht, auch dort, wo man sie nicht erwartet, hat sie auf der Reise am meisten beeindruckt.

Visum: Deutsche reisen laut Auswärtigem Amt bis zu 30 Tage visumfrei nach China. Die Regelung gilt bis zum 31. Dezember 2026 (Stand November 2026). Prüfen Sie die Einreiseregeln vor der Buchung noch einmal dort.

PostenPreis (Stand Oktober/November 2026)
Metroab 3 Yuan
Yu-Garten30 Yuan (Juli, August, Dezember bis März), 40 Yuan (April bis Juni, September bis November)
Shanghai Tower, Aussichtsetagen 118 und 119rund 180 Yuan (etwa 25 bis 28 US-Dollar)

Ist Shanghai also teuer für Touristen? Bei diesen Eintritten und Fahrpreisen nicht. Metro und Garten kosten wenig, nur der Blick vom Shanghai Tower ist ein größerer Posten. Wie Sie sich für die Reise kleiden, steht in unserem Text darüber, was man für eine Chinareise einpackt.

Was ich vom ersten Tag in Shanghai mitnehme

Hängen geblieben ist vor allem die Vielfalt der Stadt. Ein tausendjähriger Tempel steht neben einem funkelnagelneuen Wolkenkratzer. Ein Teehändler teilt sich die Straße mit einer Luxusboutique. Eine Frau hängt auf dem Balkon ihre Wäsche auf, während unten ein Elektrotaxi mit Höchstgeschwindigkeit vorbeifährt. Shanghai ist ein lebendiges Mosaik aus Epochen, Kulturen und Energien.

„Als ich abreiste, hatte ich das Gefühl, mehrere Reisen in einer erlebt zu haben“, sagt Li-Xia. Die Stadt ist in Bewegung, überrascht, ermüdet manchmal, und sie hinterlässt Spuren. „Ich freue mich schon darauf, wieder hinzufahren.“

Sie möchten Shanghai in eine Reise nach China einbauen, als Auftakt oder als Ziel? Li-Xia und ihr Team stellen Ihre Route individuell zusammen. Stellen Sie hier Ihre Anfrage.

Veröffentlicht 3 November 2026

Häufige Fragen zur Shanghai Reise

Für ein erstes Kennenlernen empfiehlt Li-Xia mindestens 3 bis 4 Tage. So bleibt Zeit für die großen Stationen wie Bund, Pudong, Tianzifang und den Yu-Garten und dazu für Spaziergänge ohne festes Ziel, in denen man die Atmosphäre der Stadt aufnimmt.

Das hängt von der Reise ab. Jing'an sowie Xintiandi und die ehemalige Französische Konzession gelten als gute Basis, wenn Sie Shanghai zu Fuß erkunden wollen. Dort liegen Cafés, Restaurants und belebte Gässchen in der Nähe.

Frühling und Herbst gelten im Allgemeinen als die angenehmsten Jahreszeiten. Li-Xia war im September dort: Es war noch sehr heiß, doch die Straßen waren spürbar lebhaft.

Der Maglev-Zug braucht für die Strecke etwa 8 Minuten und fährt mit rund 300 km/h, laut Reiseinformationen alle 20 bis 40 Minuten. Das ist eine ungedatierte Angabe, prüfen Sie den aktuellen Fahrplan deshalb vorab. Alternativ fährt eine Metro vom Flughafen in die Stadt.

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