Was ist Diwali? Bedeutung des Lichterfests
Diwali oder Deepawali ist das Lichterfest, das jeden Herbst ganz Indien erhellt. Es gilt als Höhepunkt des hinduistischen Kalenders und steht für den Sieg des Lichts über die Dunkelheit und des Guten über das Böse. Gefeiert wird in den Großstädten ebenso wie im kleinsten Dorf, und das Fest vereint alle Generationen.
Am Abend beginnt das, was dem Fest seinen Namen gibt. Der Bayerische Rundfunk übersetzt Diwali mit „die Reihen der erleuchteten Lampen“, und genau das sieht man: In den Haushalten brennen Diyas, kleine Öllampen aus Terrakotta, vor den Türen liegen Rangolis in allen Farben, an den Fenstern hängen Blumengirlanden und Mangoblätter. Die Stimmung ist fröhlich und großzügig. Freunde, Nachbarn und Familien besuchen einander, man teilt Süßigkeiten und Geschenke.
Zwei Gottheiten stehen im Mittelpunkt: Ganesha, der Gott des Wissens, und Lakshmi, die Göttin des Reichtums. Man ruft sie an, damit das kommende Jahr Glück und Wohlstand bringt. Für viele Menschen beginnt mit Diwali außerdem das neue Geschäftsjahr, und das Fest markiert den Übergang vom Herbst zum Winter.
Den Zeitpunkt bestimmt der Mond: Diwali liegt auf dem Neumond nach Dussehra, in der Nacht des Kartik Amavasya.
Wann ist Diwali? Termine 2025 bis 2027
Diwali 2026 fällt auf Sonntag, den 8. November. Das ist der Haupttag, an dem Lakshmi Puja stattfindet. Stand Oktober 2026 sind es noch gut zwei Wochen bis dahin.
| Jahr | Haupttag von Diwali |
|---|
| 2025 | Montag, 20. Oktober |
| 2026 | Sonntag, 8. November |
| 2027 | Freitag, 29. Oktober |
Das Datum springt von Jahr zu Jahr, weil Diwali dem hinduistischen Mondkalender folgt und nie in zwei Jahren auf denselben Tag fällt. Der Neumond tritt je nach Längengrad zu anderen Uhrzeiten ein, daher kann das Fest in Westindien, Europa oder Amerika einen Tag später liegen als in Ostindien. Im Einzelfall kann der Termin regional um einen Tag abweichen. Das war nach Angaben von Wikipedia zum Beispiel 2003 und 2015 so: In Westindien, Europa und Amerika fiel Diwali damals einen Tag später als in Ostindien. Weitere Jahre bis 2030 führt der Wikipedia-Artikel zu Diwali. Im Jahr 2025 hat die UNESCO Diwali zudem in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Feiern, die in den Herbst fallen, finden Sie außerdem im Festkalender Indien.
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Die fünf Tage von Diwali
Diwali dauert fünf Tage, und jeder Tag hat sein eigenes Thema. Die Namen können je nach Region leicht variieren. Datiert ist hier nur der Haupttag: Lakshmi Puja fällt 2026 auf den 8. November.
- Dhanteras: Der erste Tag steht für Glück und Wohlstand.
- Narak Chaturdashi: Der zweite Tag markiert den Sieg des Lichts über die Dunkelheit. Man besucht einander und beschenkt sich mit Süßigkeiten.
- Lakshmi Puja: Der dritte Tag ist der große Tag des Festes, der Göttin Lakshmi gewidmet. Abends leuchten Lampen in jedem Fenster, und Straßen, Geschäfte und Privathäuser sind mit Öllampen geschmückt.
- Govardhan Puja: Der vierte Tag gehört der Natur und ist ihr zu Ehren gewidmet.
- Bhai Dooj: Der letzte Tag würdigt die Bande zwischen Brüdern und Schwestern.
Die Namen der Tage unterscheiden sich je nach Region. Der erste Tag heißt auch Dhanwantari Triodasi, der zweite Naraka Chaturashi oder Kali Chaudas, und der letzte Tag Bhaiyadooj. Wer in Indien nach den Festtagen fragt, hört deshalb mitunter andere Bezeichnungen als in dieser Liste.
Wer Diwali nur aus der Ferne kennt, sieht oft allein die Lichter der dritten Nacht. Dabei zieht sich das Fest durch die ganze Woche, und jeder Tag setzt einen eigenen Schwerpunkt: erst Glück und Wohlstand, dann der Sieg über die Dunkelheit, am dritten Tag die Verehrung Lakshmis, danach die Natur und zum Schluss die Familie.
Die Geschichte hinter Diwali: Ramas Rückkehr nach Ayodhya
Der bekannteste Mythos stammt aus dem Epos Ramayana. Rama verbringt 14 Jahre im Exil. Seine Frau Sita wird nach Lanka verschleppt und dort festgehalten, bis Rama sie befreit, unterstützt von Hanuman und dessen Affenarmee. Mit Sita kehrt er nach Ayodhya zurück. Tausende Lampen erleuchten ihm den Weg.
Diese Geste setzt sich jedes Jahr fort: Wer eine Diya anzündet, folgt dem Licht von damals. Der Bayerische Rundfunk beschreibt in seinem interkulturellen Kalender weitere Hintergründe des Festes, darunter auch den Vergleich mit Weihnachten und Silvester: Lampen und Feuerwerk machen die Nacht zum Tag. Straßen, Geschäfte und Privathäuser schmücken die Menschen mit Öllampen, und die Feierlichkeiten wirken stellenweise wie Silvester. Der Sender nennt Diwali deshalb so etwas wie das indische Weihnachten.
Diwali bei uns im Büro in Delhi
Auch bei uns in Delhi geht Diwali nicht am Büro vorbei. Unser Team feiert das Fest gemeinsam in den Räumen, in denen sonst Reisen entstehen. Ein Pandit, ein Priester, kommt vorbei und spricht eine Pooja, ein Gebet, auf Sanskrit, der heiligen Sprache des alten Indiens.
Es ist ein intensiver, spiritueller Augenblick, tief in einer lebendigen Tradition verwurzelt – ein Ritual, das zum Alltag gehört.
Diwali in Indien erleben
Zu Diwali schwingt ganz Indien im selben Takt: Licht, Hoffnung und Wohlstand sind das Thema. Feuerwerk, geteilte Süßigkeiten und herzliche Gastfreundschaft prägen die Tage, und jeder Haushalt macht mit, gleich welcher Kultur oder Religion. Es ist eine Gelegenheit, indische Geselligkeit aus nächster Nähe kennenzulernen.
Gut zu wissen für die Planung: Oktober und November gehören zur besten Reisezeit für Indien, und im Großteil des Landes ist das Wetter dann ideal. Wer in diesen Wochen reist, erlebt also nicht nur das Lichterfest, sondern auch angenehme Bedingungen. Planen Sie das Fest aber bewusst ein. Knallkörper und Feuerwerk gehen schon Tage vor Diwali los, und die Luftverschmutzung in den Städten wird ebenso kritisiert wie die Kommerzialisierung. Die Zeit um Diwali ist in den indischen Großstädten Haupteinkaufssaison. Klären Sie das Datum vorher anhand der Tabelle oben, denn Reisedaten rund um den Haupttag sollten Sie früh festlegen. Was Sie im Gepäck brauchen, steht in unserer Packliste für Indien. Weitere Reisethemen sammelt der Indien-Reiseführer.
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