Myanmar Religion: Buddhismus, Glaubensvielfalt und Minderheiten
Myanmar Religion in Kürze: Nach der Volkszählung von 2014 bekennen sich 87,9 % der Einwohner zum Theravada-Buddhismus. Daneben leben Christen, Muslime, Hindus und Anhänger des Nat-Kults im Land, besonders in den Bergregionen und in Yangon.
Dieser Überblick nennt die Zahlen mit Stand und erklärt, was Reisende davon sehen.
Religion in Myanmar auf einen Blick
Die wichtigste Religion in Myanmar ist der Theravada-Buddhismus. Laut Volkszählung 2014 (veröffentlicht 2016 von der Abteilung für Bevölkerung) gehören 87,9 % der Einwohner dazu, 6,2 % sind Christen, 4,3 % Muslime, 0,8 % Animisten und 0,5 % Hindus.
| Religion | Anteil 2014 |
|---|---|
| Buddhisten | 87,9 % |
| Christen | 6,2 % |
| Muslime | 4,3 % |
| Animisten | 0,8 % |
| Hindus | 0,5 % |
Stand: Volkszählung 2014.
Diese Werte sind bis heute die amtliche Referenz. Auch die Irrawaddy berichtete im Februar 2023 über sie. Eine neuere Zählung von 2024 erfasste nach Angaben von Wikipedia weniger Gebiete als die von 2014 und steht in der Kritik. Andere Schätzungen weichen ab: Wikipedia nennt 4,6 % Christen, 3,3 % Muslime und 0,6 % Hindus.
Ein Vorbehalt gehört dazu. Die Rohingya in Rakhine wurden 2014 nicht mitgezählt, der Anteil der Muslime liegt vermutlich höher als 4,3 %.
Buddhismus im Alltag: Klöster, Almosen und Feste
Der Theravada-Buddhismus, wörtlich das „Kleine Fahrzeug“, hält sich eng an die ursprünglichen Lehren Buddhas. In Myanmar prägt er Kultur und Gesellschaft, und im Zentrum steht das Kloster. Es dient als spirituelles Zentrum, als Schule und als Stelle sozialer Unterstützung. Die Mönche übernehmen dort nicht nur religiöse Aufgaben, sie wirken auch im zivilen Leben mit.
Jedes Dorf hat seine Pagode und sein Kloster, ob groß oder klein. Wer morgens früh unterwegs ist, sieht die Gläubigen, wie sie den Mönchen Almosen reichen. Dazu kommen Meditation, die Einhaltung der Mönchsregeln und die regelmäßige Teilnahme an Zeremonien in den Pagoden.
Die Philosophie dahinter bestimmt auch die Moral im Alltag. Karma, das Gesetz von Ursache und Wirkung, und die Wiedergeburt leiten das Handeln. Deshalb unterstützen viele Birmanen Klöster und Mönche mit Spenden: Sie sehen darin einen Verdienst für das jetzige und für künftige Leben.
Den Jahreslauf gliedern Feste. Thingyan ist das birmanische Neujahr, Thadingyut das Lichterfest, und Waso eröffnet die sommerliche Klausurzeit der Mönche. An diesen Tagen kommen Familien und Nachbarn zusammen, bringen Opfergaben dar und feiern gemeinsam. Mehr dazu lesen Sie im Guide zu den Festen in Myanmar.
Christentum: Kachin, Chin und Kayah
Das Christentum zählt nach der Volkszählung 2014 rund 6,2 % der Bevölkerung. Konzentriert ist es in Regionen mit starkem ethnischem Anteil: Im Chin-Staat sind etwa 85 % der Einwohner Christen, im Kayah-Staat 46 % und im Kachin-Staat 33 %.
Die Wurzeln reichen ins 19. Jahrhundert. Damals kamen europäische und amerikanische Missionare ins Land und gewannen zahlreiche Menschen für den Glauben, vor allem unter Animisten. Heute leben die Gemeinden katholisch, protestantisch oder evangelikal, meist auf dem Land. Besonders sichtbar ist das in den Regionalhauptstädten Myitkyina und Loikaw und in den Bergen des Chin-Staates.
Die Kirche ist dort mehr als ein Gotteshaus. Sie dient als Treffpunkt der Gemeinde und in den jüngsten Krisen auch als Zufluchtsort. Im ländlichen Raum erleben Christen mancherorts Einschränkungen und Diskriminierung. Wer die Bergvölker kennenlernen möchte, findet im Programm einer Reise zu Volksgruppen und Pagoden einen Einstieg.
Islam in Myanmar und die Lage der Rohingya
Offiziell sind 4,3 % der Einwohner Muslime (Volkszählung 2014). Der Islam fasste schon ab dem 9. Jahrhundert Fuß: durch arabische Händler, indische und chinesische Einwanderer sowie die Pathi, auch Panthay genannt. Unter verschiedenen Dynastien bekleideten Muslime zeitweise wichtige Posten. Die britische Kolonialzeit von 1824 bis 1948 verstärkte die Zuwanderung aus Indien zusätzlich.
Wie vielfältig das Land ist, zeigt Yangon. Moscheen stehen dort neben Pagoden, hinduistischen und sikhistischen Tempeln und Kathedralen.
Die Rohingya in Rakhine, im Westen Arakan genannt, erlebten in den letzten Jahrzehnten Spannungen und Ausgrenzung. Dazu gehören strenge Kontrollen, Diskriminierung und Vertreibungen, im Land selbst und in die Nachbarländer. Die Krise seit 2017 ist dafür das bekannteste Stichwort. Dass die Rohingya 2014 nicht gezählt wurden, wirkt bis in die Statistik nach.
Und wie leben Muslime und Buddhisten miteinander? In den meisten größeren Städten gilt das Zusammenleben als überwiegend friedlich, muslimische Bräuche sind besonders an hohen Feiertagen sichtbar. Spannungen zwischen den Gemeinschaften bestehen dagegen vor allem in Rakhine.
Hinduismus, Nat-Kult und andere Glaubenstraditionen
Der Hinduismus kommt auf 0,5 % der Bevölkerung (Volkszählung 2014). Ihn praktizieren hauptsächlich Gemeinschaften indischer Herkunft, auch einige Minderheiten. Sein Einfluss reicht weiter, als die Zahl vermuten lässt: Er zeigt sich in der Architektur, in Festen und in einigen buddhistischen Ritualen.
Der Nat-Kult ist die Verehrung lokaler Geister, der „Nats“. Er ist auf dem Land und bei einigen Volksgruppen verbreitet und besteht oft neben dem Buddhismus. Saisonale und familiäre Rituale gliedern das Leben vieler Dörfer. Die Volkszählung 2014 weist 0,8 % als Animisten aus.
Aus Jahrhunderten wechselseitiger Einflüsse ist so ein Nebeneinander entstanden, das typisch für die Region ist. Die Myanmar Religionen lassen sich selten sauber trennen, und gerade das gehört zur Identität des Landes.
Religion auf der Reise: was Sie sehen werden
Auf Reisen begegnet Ihnen die Religion ohnehin überall. Pagoden und Klöster stehen in jedem Dorf, am Morgen ziehen Mönche zum Almosengang, und je nach Reisezeit fällt ein Fest in Ihre Route. In Yangon und in den Bergregionen kommen Moscheen und Kirchen hinzu. Welche Reisezeit zu Ihren Plänen passt, klärt der Guide zur besten Reisezeit für Myanmar. Für den Besuch heiliger Stätten helfen die kulturellen Regeln in Myanmar.
Unsere lokalen Experten in Myanmar zeigen Ihnen Klöster, Pagoden und Feste, die zu Ihrer Reisezeit passen. Schauen Sie sich die Beispielreisen für Reisen nach Myanmar an.
Häufige Fragen zur Religion in Myanmar
Ja, aber nur wenige. Es besteht noch eine sehr kleine jüdische Gemeinde, die meisten Mitglieder leben in Yangon. Dort erinnert die Musmeah-Yeshua-Synagoge an eine blühendere Vergangenheit.
Mönche trugen den Aufstand von 1988 und die „Safran-Revolution“ von 2007 mit, die nach der Farbe ihrer Roben benannt ist. Nach dem Putsch im Februar 2021 spielten religiöse Akteure im Widerstand laut dem Berkley Center der Georgetown University nur eine kleine Rolle.
Das lässt sich nicht pauschal beantworten, denn Reise- und Sicherheitshinweise ändern sich. Prüfen Sie vor der Planung die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts für Myanmar und kontrollieren Sie sie bis zur Abreise erneut. Möchten Sie Myanmar mit einem lokalen Experten planen? Erzählen Sie uns von Ihren Wünschen, wir gestalten Ihre Reise individuell: Reise anfragen.




