Vietnam Filme: Spielfilme und Dokus, die Sie vor der Reise sehen sollten
Vietnam Filme zeigen das Land in drei Schichten: die Kolonialzeit („Indochine“), den Krieg („Apocalypse Now“) und das heutige Vietnam mit Dokus und neueren Spielfilmen. Wer vor der Reise ein paar dieser Titel sieht, versteht Straßenszenen, Denkmäler und Gespräche vor Ort besser.
Dieser Filmführer ordnet die Titel nach Epoche und verbindet sie mit Orten, die Sie besuchen können. Allgemeine Reisetipps finden Sie in unserem Vietnam Reiseführer.
Vietnam Filme im Überblick: Diese Titel lohnen sich vor der Reise
Die wichtigsten Vietnam Filme verteilen sich auf drei Zeiträume: Kolonialzeit und Indochinakrieg, Vietnamkrieg und Gegenwart. Die Tabelle zeigt die bekanntesten Titel auf einen Blick, die folgenden Abschnitte ordnen sie ein.
| Film | Jahr | Regie | Zeit der Handlung | Wofür vor der Reise |
|---|---|---|---|---|
| Indochine | 1992 | Régis Wargnier | 1930–1954 | Kolonialgeschichte |
| Red Dust | 1932 | Victor Fleming | Kolonialzeit | Atmosphäre des alten Indochina |
| Der Duft der grünen Papaya | 1993 | Trần Anh Hùng | ab 1951 | Alltag in Saigon |
| Der stille Amerikaner | 2002 | Phillip Noyce | Ende 1951 bis Anfang 1952 | Ausländische Einmischung |
| Good Morning Vietnam | 1987 | Barry Levinson | Vietnamkrieg | Saigon im Krieg |
| Apocalypse Now | 1979 | Francis Ford Coppola | Vietnamkrieg | Die Schrecken des Krieges |
Kolonialzeit und Indochinakrieg im Film
Chronologisch beginnt die Filmreise vor dem Vietnamkrieg. Wer die französische Kolonialzeit und den Indochinakrieg kennt, erkennt später mehr Zusammenhänge, etwa in Hanoi und Saigon.
Indochine (1992), Regie: Régis Wargnier
„Indochine“ erzählt die Kolonialgeschichte anhand einer Französin und einer Vietnamesin und zeigt, was die Kolonisierung für das Land bedeutete. Gedreht wurde laut de.wikipedia an Originalschauplätzen in Vietnam, außerdem in Malaysia, in der Schweiz und in Frankreich. Der Film passt für alle, die das französisch-vietnamesische Verhältnis verstehen wollen.
Red Dust (1932), Regie: Victor Fleming
Auf Französisch heißt der Film „La Belle de Saïgon“. Er stammt aus den 1930er-Jahren und gibt einen Eindruck von der Atmosphäre des kolonialen Indochina. Als Geschichtsunterricht taugt er nicht, als Zeitdokument des Kinos schon.
Der Duft der grünen Papaya (1993) und Trần Anh Hùng
Der Film spielt ab 1951 in Saigon und beobachtet den Haushalt einer Familie mit ruhigem, genauem Blick. In Deutschland startete er am 28. Januar 1994 im Kino (laut kino.de). Trần Anh Hùng drehte danach „Cyclo“, das vom Stadtleben in Ho-Chi-Minh-Stadt handelt, und „À la verticale de l’été“ (französischer Originaltitel), eine Familiengeschichte aus Hanoi. Wer drei Filme eines Regisseurs sehen will, bekommt mit ihnen ein Vietnam zwischen Tradition und Moderne.
Der stille Amerikaner (2002), Regie: Phillip Noyce
Der Thriller beruht auf dem Roman von Graham Greene, der 1955 erschien (siehe de.wikipedia). Die Handlung spielt in Saigon von Ende 1951 bis Anfang 1952, also im Indochinakrieg und nicht im Vietnamkrieg der 1960er-Jahre. Der Film blickt kritisch auf ausländische Einmischung. Den Hintergrund dazu liefert unser Beitrag zur Geschichte Vietnams.
Es gibt auch eine ältere Verfilmung von 1958 unter dem Titel „Vier Pfeifen Opium“ (Regie: Joseph L. Mankiewicz).
Vietnamkrieg: Filme, die das Land und seine Geschichte erklären
Bei der Suche nach Vietnam Krieg Filmen stoßen Sie auf Dutzende Titel. Zwei davon zeigen sehr unterschiedliche Seiten und eignen sich als Einstieg.
Good Morning Vietnam (1987), Regie: Barry Levinson
Robin Williams spielt einen amerikanischen Radio-DJ in Saigon. Die Tragikomödie ist leicht anzusehen und gibt trotzdem einen Eindruck vom Kontext und der Stimmung während des Krieges. Wer sich dem Thema zunächst behutsam nähern will, startet am besten hier.
Apocalypse Now (1979), Regie: Francis Ford Coppola
Coppolas Film zeigt den Krieg brutal und eindringlich. Er ist anstrengend und lang, hilft aber, die psychischen Folgen zu begreifen, mit denen das Land und viele Veteranen bis heute leben. Für eine Reise nach Südvietnam ist er eine Vorbereitung, die den Blick auf Gedenkorte und Museen verändert.
Vietnamesisches Kino heute: Regisseure und neuere Spielfilme
Das vietnamesische Kino hat sich seit den 2010er-Jahren stark verändert. Neben staatlich geförderten Produktionen, die meist die nationale Identität behandeln, stehen internationale Koproduktionen mit größeren Mitteln. Dazu kommen unabhängige Regisseure, die über Tradition und Moderne, Identität, historisches Gedächtnis und den Wandel der Städte erzählen.
Diese Regisseure lohnen einen Blick:
- Phan Đăng Di („Big Father, Small Father and Other Stories“)
- Trần Thanh Huy („Ròm“, urbaner Neorealismus)
- Nguyen Trinh Thi (unabhängiges Kino, Erinnerung und Politik)
- Trần Anh Hùng (poetischer Blick zwischen Vietnam und dem Westen)
Neuere Spielfilme, die ein heutiges Vietnam zeigen:
- Blood Moon Party (2020): Gesellschaftskomödie über Jugend und Beziehungen im digitalen Zeitalter in Ho-Chi-Minh-Stadt.
- 100 Days of Sunshine (2018): moderne Romanze über Gesellschaftsregeln und die Rolle sozialer Netzwerke.
- Mai (2024): realistischer Blick auf das Stadtleben Erwachsener und seine widersprüchlichen Gefühle.
- Dreamy Eyes (2019): Melodram über Liebe und Nostalgie.
- Yellow Flowers on the Green Grass (2015): zärtliches Porträt ländlicher Landschaften, gesehen mit Kinderaugen.
- Chuyện của Pao (2006): das Leben eines Hmong-Mädchens in den Bergen des Nordens.
Dokumentarfilme über das heutige Vietnam
Wer wissen will, wie Menschen in Vietnam heute leben, findet in Dokumentarfilmen die direktesten Antworten. Diese Titel zeigen Alltag, Identität und Erinnerung vierzig Jahre nach dem Krieg und danach:
- Finding Phong (2015): begleitet eine Person auf dem Weg zur Geschlechtsangleichung und zeigt eine Gesellschaft, die Fragen zur Identität stellt.
- Forgetting Vietnam (2015) von Trinh T. Minh-ha: poetischer Blick, der kollektives Gedächtnis und Alltag verbindet.
- Liem Barber Shop (2016): ein Friseursalon in Saigon als Spiegel des Wandels in den Städten.
- Grandma’s Four Color Cards (2025): Porträt eines einfachen Lebens in Saigon und der Widerstandskraft mehrerer Generationen.
Mehrere Beiträge sind französischsprachig und liegen nicht auf Deutsch vor. Die Fernsehsendung „Rendez-vous en Terre Inconnue“ begleitet den ehemaligen Rugbyspieler Frédéric Michalak zu den Schwarzen Lolo, einer ethnischen Gruppe in Nordvietnam. Das Mekongdelta behandeln „La Rivière Bambou“ (Michel Dumont, Eric Bergeron) und „Le Peuple du Mékong“ (Michel Noll). Beide zeigen den Alltag der Bewohner und ihre Traditionen.
Vietnam Filme: Drehorte und Filmkulissen besuchen
Viele der Orte, die in Vietnam Filmen auftauchen, können Sie selbst bereisen: Hanoi, die Halong-Bucht, Ninh Binh und der Süden um Ho-Chi-Minh-Stadt.
- Hanoi: Gehen Sie durch die 36 Altstadtgassen, zum Hoan-Kiem-See und zu den Kolonialgebäuden. Die „Train Street“ ist eine Sonderheit, die Sie nur unter Beachtung der Sicherheitsregeln besuchen sollten.
- Halong-Bucht: Bei einer Kreuzfahrt sehen Sie die Karstformationen, die in zahlreichen Filmen vorkommen. Die Nebensaison und weniger befahrene Routen sind ruhiger.
- Ninh Binh: Boote fahren auf den Flüssen von Trang An und Tam Coc, wo „Kong: Skull Island“ spielt, zwischen Reisfeldern und Kalksteinfelsen.
- Ho-Chi-Minh-Stadt und Mekongdelta: moderne Großstadt, schwimmende Märkte, Leben auf dem Fluss und Handwerk.
Mehr Ziele finden Sie bei den Sehenswürdigkeiten in Vietnam. Unsere lokalen Experten in Vietnam stellen Ihnen gern eine Route entlang dieser Orte zusammen.
Tipps für reisende Cineasten
- Mischen Sie vor der Abreise Gegenwartsfilme und historische Epen. So bekommen Sie ein vollständigeres Bild.
- Schauen Sie vor Ort ins Programm lokaler Festivals und in die Programmkinos in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt, um junge Regisseure zu entdecken.
- Besuchen Sie bekannte Filmorte wie die Halong-Bucht oder Viertel in Hanoi mit einem Kulturguide, der die Kulisse einordnet.
- Respektieren Sie Umwelt und Kulturerbe, besonders in Schutzgebieten.
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Vietnam Filme: Häufige Fragen
Nein. Laut de.wikipedia entstand er in einem Studio in Bry-sur-Marne bei Paris, ein Dreh in Vietnam wurde verworfen. Green-tiger.de beschreibt den Dreh auf einer Musikbühne in Frankreich, das Budget lag knapp unter 2 Millionen US-Dollar. Das vietnamesische Saigon der Handlung ist also Kulisse.
Ja, laut kino.de: „Farewell Halong“ startete am 19. April 2018 (102 Minuten) und ist seit dem 26. Juni 2022 im Streaming gelistet. „Ein Haus in Ninh Hoa“ kam am 5. Januar 2017 in die Kinos und dauert 108 Minuten.
Laut kino.de-Listing lief das Drama „Viet und Nam“ am 4. September 2025 an, mit 129 Minuten Spielzeit. Als Streaming-Start nennt die Liste den 16. Januar 2026. Ob er bei Ihrem Anbieter verfügbar ist, prüfen Sie am besten direkt dort.




