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Japan abseits der Touristenpfade: unsere drei Lieblingsregionen

Publié le 29 Juli 2026
Nicole
Votre expert voyage
Voyage au Japon — L'étang bleu (Blue Pond) à Biei sur l'île d'Hokkaido, un paysage naturel hors des sentiers battus.
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In unseren bisherigen Reiseführern habe ich Städte und Ausflugsziele vorgestellt, die sich leicht in eine klassische Japan Rundreise einbauen lassen. Diesmal wähle ich einen etwas anderen Ansatz: meine persönlichen Top 3 der Reiseziele in Japan abseits der Touristenpfade – ideal für alle, die Natur, Authentizität und Freiheit suchen.

Anders als die bisher vorgestellten Ziele, die per Zug erreichbar sind, erfordern diese Regionen eine andere Planung. Das Auto wird hier zum echten Trumpf – fast unverzichtbar, um ungebunden zu erkunden und die Landschaft in vollen Zügen zu genießen. Genau das macht ihren Reiz aus: weniger begangene Routen, spontane Stopps und ein raueres, lokaleres Japan, das man in eigenem Tempo entdeckt.


Hokkaido

Faune au Japon — Portrait de cerfs sacrés Sika se reposant dans les rues historiques près du parc de Nara. Beginnen wir ganz im Norden Japans mit Hokkaido – einer Insel für sich, auf der die Natur klar die Oberhand über die Urbanisierung behält. Hier ziehen sich Straßen durch Berge, Ebenen und Küstenlinien und vermitteln ein Gefühl von Freiheit und Weite, das in Japan selten ist.

Mit seinen zahlreichen Nationalparks, seiner unberührten Tier- und Pflanzenwelt ist eine Hokkaido Rundreise gleichbedeutend mit großen Landschaften und beeindruckenden Panoramen. Das Tierleben ist noch lebendig: Braunbären, Japankraniche in den Sümpfen von Kushiro, Rotfüchse am Straßenrand und je nach Saison vor der Küste sogar Wale und Orcas. Über die Landschaft hinaus bietet Hokkaido auch einen wenig bekannten Einblick in die Ainu-Kultur – das indigene Volk, das 2019 offiziell anerkannt wurde und seit Jahrtausenden auf der Insel lebt. Das Nationalmuseum Upopoy, 2020 am Shiraoi-See eröffnet, ist der ideale Ausgangspunkt, um dieses einzigartige Erbe kennenzulernen – eine kulturelle Begegnung fernab der klassischen Touristenrouten, in einem raueren, lokaleren Japan.

Autofahren auf Hokkaido ist für einen ersten Roadtrip durch Japan besonders unkompliziert: breite Straßen, wenig Verkehr, klare Beschilderung. Die Anreise von Tokio erfolgt einfach per Flugzeug über den internationalen Flughafen Chitose, nur wenige Minuten von Sapporo entfernt. Im Winter ist eine sorgfältige Vorbereitung unerlässlich – die Wetterbedingungen können extrem sein und manche Straßen werden gesperrt.


Okinawa

Voyage au Japon — Eaux turquoise et bateaux dans la baie de Kabira sur l'île d'Ishigaki à Okinawa. Hier von einer einzigen Insel zu sprechen fällt schwer, denn der Okinawa-Archipel umfasst rund 160 Inseln, von denen etwa fünfzig bewohnt sind. Die Hauptinsel Naha lässt sich zum Teil ohne Auto erkunden, aber sobald man die Stadt hinter sich lässt, wird es unverzichtbar. Ich empfehle, etwas weiter südlich bis nach Ishigaki vorzudringen. Hier genießt man alles, was Okinawa zu bieten hat: türkisfarbenes Wasser, außergewöhnliches Schnorcheln, unberührte Natur und ein entspanntes Lebenstempo.

Von Ishigaki aus lohnen sich mehrere Ausflüge. Iriomote für Wanderungen im Regenwald, Mangrovenwälder und eine einzigartige Fauna – darunter die seltene Iriomote-Wildkatze, eine geschützte endemische Art. Taketomi für seine zeitlose traditionelle Atmosphäre, weiße Sandgassen und rotgeziegelte Häuser mit Shisa-Wächterlöwen. Man nimmt sich Zeit, verlangsamt das Tempo und entdeckt ein völlig anderes Japan.

Auch die lokale Küche verdient Aufmerksamkeit. Okinawa war lange für die außergewöhnliche Langlebigkeit seiner Bewohner bekannt – ein Phänomen, das einst der einfachen, ausgewogenen Ernährung zugeschrieben wurde: reich an lokalen Gemüsesorten wie Goya (Bittergurke), Mozuku (Alge), Tofu und leicht zubereitetem Schweinefleisch. Neuere Studien zeigen allerdings, dass dieser Vorteil seit den 1990er Jahren durch die Verwestlichung der Ernährung, besonders bei jüngeren Generationen, zunehmend schwindet – was das Thema ebenso zur Reflexion wie zum kulinarischen Argument macht.

Der Archipel ist auch tief von seinem Kunsthandwerk geprägt: Tsuboya-Keramik und Bingata-Färbetechniken, Erbe des alten Ryukyu-Königreichs. Dieses Zusammenspiel aus Küche, Handwerk und eigenständigem kulturellen Erbe verleiht Okinawa eine ganz besondere Identität – fast schon außerhalb Japans.

Shikoku

Rivière à Iya Valley dans le Shikoku Ich gebe es zu: bei dieser Wahl habe ich ein bisschen gemogelt, denn Shikoku besteht eigentlich aus vier Präfekturen – aber sie lassen sich kaum trennen, so sehr bilden sie ein zusammenhängendes Reiseziel.

Hier gewöhnt man sich schnell an kurvenreiche Bergstraßen zwischen Dörfern, manchmal versteckte Wasserfälle hinter einem Wegbogen und türkisfarbene Strände, die sich vor Okinawa nicht verstecken müssen. Das Tempo verlangsamt sich ganz natürlich, man hält öfter an, ohne wirklich Punkte abhaken zu wollen.

Eine Shikoku Rundreise bedeutet vor allem: Eintauchen in ein diskretes, lokales Japan, weit weg vom Großstadttrubel. Man verliert sich lustvoll an wilden Küstenabschnitten, schlendert durch den poetischen Monet-Garten in Kōchi und lässt den Tag in den legendären Onsen von Matsuyama ausklingen.

Für viele ist die Insel auch ein spirituelles Erlebnis: der berühmte Shikoku-Pilgerweg (Henro) mit seinen 88 Tempeln. Zwischen allgegenwärtiger Natur und tief verwurzelten Traditionen entdeckt man hier eine andere Art zu reisen in Japan.

Und vor allem: Shikoku lässt sich überraschend leicht in eine klassische Japan Rundreise zwischen Osaka und Hiroshima einfügen. Ein kleiner Umweg – ein echter Stimmungswechsel.


FAQ

Wie organisiert man einen Roadtrip in Japan abseits der Touristenpfade ? Eine amtlich beglaubigte Übersetzung des Führerscheins ist für deutsche Staatsangehörige Pflicht – vorab bei der zuständigen Behörde oder beim ADAC informieren. Empfehlenswert sind Tagesetappen von höchstens 3 bis 4 Fahrstunden, um spontane Stopps und Umwege voll genießen zu können – den eigentlichen Charme dieser Reiseart.

Ist das Fahren auf Hokkaido für ausländische Reisende einfach ? Ja – Hokkaido ist eine der zugänglichsten Destinationen für einen ersten Roadtrip in Japan. Breite Straßen, wenig Verkehr und klare Beschilderung machen die Insel ideal für den Einstieg. Im Winter ist eine gründliche Vorbereitung unerlässlich: extreme Wetterbedingungen, teils gesperrte Straßen und auf bestimmten Abschnitten Winterreifenpflicht. Eine Mietwagenversicherung mit Winterdeckung empfiehlt sich.

Welche Wildtiere kann man in den Nationalparks von Hokkaido beobachten ? Hokkaido ist ein Refugium für Japans Tierwelt: Braunbären, Japankraniche, Rotfüchse, Sikahirsche und je nach Saison Wale und Orcas vor der Küste. Die Nationalparks Akan-Mashu und Shiretoko (UNESCO-Weltnaturerbe) bieten die besten Beobachtungsmöglichkeiten. Sicherheitsabstände und Parkregeln sind stets einzuhalten.

Wo lernt man die Ainu-Kultur auf Hokkaido kennen ? Das Nationalmuseum Upopoy in Shiraoi ist der umfassendste Einstieg, mit Ausstellungen zu Traditionen, Sprache und Kunsthandwerk der Ainu. Weitere Museen gibt es rund um Sapporo und in der Kushiro-Region. Einige diskretere Orte, an denen das Ainu-Erbe von lokalen Gemeinschaften bewahrt wird, sind mit einem ortskundigen Guide zugänglich.

Welche Insel in Okinawa für einen authentischen Aufenthalt ohne Auto ? Taketomi ist ideal für einen autofreien Aufenthalt: weiße Sandgassen, die man zu Fuß oder per Fahrrad durchstreift, unberührte traditionelle Atmosphäre – kein Auto auf der ganzen Insel. Auf der Hauptinsel bleibt Naha mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar, aber für Strände und historische Stätten im Süden wird ein Auto nötig.

Wie erreicht man Taketomi und Iriomote von Ishigaki aus ? Beide Inseln sind per Fähre vom Hafen Ishigaki erreichbar, mit regelmäßigen Verbindungen den ganzen Tag über (20 Minuten nach Taketomi, 40 bis 50 Minuten nach Iriomote je nach Anlaufstelle). Für Iriomote empfiehlt sich eine Vorausplanung für Kajaktouren und Dschungelausflüge – manche lokalen Guides bieten Ganztagsprogramme an.

Hat das Dogo Onsen wirklich Chihiros Reise inspiriert ? Ja – Miyazaki hat selbst bestätigt, dass das Dogo Onsen Honkan als Vorlage für das Badehaus im Film diente. Es ist jedoch eine von mehreren Inspirationsquellen, neben anderen Meiji-zeitlichen Gebäuden wie dem Meguro Gajoen in Tokio und dem Notoya-Ryokan in Yamagata. Das Dogo Onsen bleibt ein Pflichtbesuch in Matsuyama – für seine jahrtausendealte Geschichte und Architektur ebenso wie für seine Verbindung zur Ghibli-Welt.

Nicole
Votre expert sur la destination Japan

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